Der Apfelstern in Gefahr

Der 3. Advent in den Kammerspielen

Ein ausgelassenes Kinderlachen schallte am vergangenen Sonntag, durch das gemütliche Foyer der Kammerspiele. Es war Zeit für den letzten Teil des „Sprechenden Adventskalenders“ der Theaterreihe der drei Regieassistenten im Dezember.

Hinter einem weißen Vorhang verbirgt sich der weihnachtlich geschmückte Zuschauerraum der Foyerbühne mit einem einfachen, aber sehr stilvollen Bühnenbild, verkleidet mit einer blauen Sternentapete und bestückt mit einer Staffelei. Auf ihr befinden sich Schauspielerin Birte Schrein in einem Sessel und daneben ihr Kollege Alois Reinhardt. Gemeinsam entführen sie das Publikum, wie auch in den anderen beiden Episoden, auf den Apfelstern und erzählen dessen Geschichte zu Ende, sodass das gemischte Publikum ein letztes Mal Ri, Heike und den Kugelfisch auf ihrem Abenteuer begleiten können. Im letzten Teil sind die drei Helden ursprünglich mit der Suche nach Rosinen beschäftigt und landen auf dem Apfelstern, welcher plötzlich zu brennen beginnt. Nur gemeinsam retten sich die drei Freunde und den Apfelstern aus der gefährlichen Situation und finden per Zufall das Rezept des Superbratapfels.

Die Vorführung begeistert vor allem durch das grandiose Spiel der zwei Darsteller, wobei sie stets das Publikum, vor allem die jüngsten Zuschauer, versuchen miteinzubeziehen, und neben ihrem amüsanten und lockeren Spiel viel Raum für Interaktion und Improvisation vor und mit den Besuchern lassen. Auf aufwendige Requisiten wurde verzichtet. Die Geschichte der beiden Schauspieler wird lediglich durch einige Bilder auf der Staffelei veranschaulicht und die phantasievolle Erzählung somit an den richtigen Stellen visuell ergänzt. Darüber hinaus überzeugt der Nachmittag jung und alt vor allem durch sein gemütliches und familiäres Ambiente wie zu Hause im Wohnzimmer.

Besonders für die jungen Zuschauer dürfte es ein perfekter Theatereinstieg gewesen sein, was sicherlich auch zum Schluss, mit der Verteilung der Sticker für jedes Kind abgerundet wurde. Die Eltern, glücklich mit ihrer Entscheidung des Sonntagnachmittagsprogrammes im Advent kommentierten die Darstellung untereinander mit Zusprüchen wie z.B. „Das müssten wir viel öfter mit den Kindern machen..“. Ein großes Lob!

Im Anschluss bot sich mir die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch mit den Regieassistenten Frederik Werth und Emanuel Tandler, sowie der Dramaturgieassistentin Male Günther. Die interessantesten Informationen sollen hier kurz zusammengefasst werden:

Angefangen hat also alles zu dritt mit der Idee des Adventskalenders und mit einigen Anhaltspunkten, frei nach groben Motiven der Augsburger Puppenkiste. Mit den gleichen Charakteren und Bildern, machte sich jeder anschließend selbst auf die Suche nach seinem persönlichen Erzählstil, den Schauspielern und einem weihnachtlichen, individuellem Nachmittag. Da das Publikum mit jung und alt nicht besonders gut kalkulierbar ist, mussten sich alle etwas einfallen lassen, um für ein Spaß am Spiel vor und auf der Bühne zu sorgen. Es wird auf der Bühne für Kinderaugen demnach sehr viel „gezaubert“ und veranschaulicht, während die Erwachsenen im Text hingegen einige versteckte Botschaften finden konnten. Außerdem wurde immer Platz für spontane Interaktion mit den Zuschauern gelassen. Schließlich wurden verschieden Motive und Probleme aus dem Alltag bedient, wie z.B. Flucht, Versöhnung und Solidarität.

Der Nachmittag war eine willkommene, lockere und ungezwungene (Theater-)abwechslung und dürfte alle Anwesenden bereits perfekt auf das bevorstehende, persönliche Weihnachtsfest eingestimmt haben, ob mit oder ohne Bratäpfel, Schnee, oder anderen, persönlichen Traditionen.

Kim Sterzel

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