Im Fokus: AUS ALT MACH NEU: BAUSTELLE

(Vorschaubild ©Sofia Grillo)

„Es gibt keinen Müll!“ – Ein simpler Grundsatz des Upcycling-Experten Thomas Zigahn, der in seinem Workshop AUS ALT MACH NEU: BAUSTELLE seine Berechtigung finden soll. 

Auf dem Werkstätten-Gelände der Halle Beuel, versteckt hinter dem Pavillon von Amnesty International, ist der Stand der Upcycler aufgebaut. Zwei verschiedene Baustellen sollen zum Werkeln und Basteln einladen: Auf einer Bierbank stapeln sich Holzreste, Paletten und Werkzeug. Eine andere Bierzeltgarnitur ist mit aufgeschnittenen Tetrapaks, Scheren, Knöpfen und einer Bastelanleitung ausgestattet.

Thomas Zigahn erklärt: ,,Im Workshop kann man aus den Tetrapaks Tetramonnaies machen. Aus den Holzresten baue ich heute einen Tisch und Hocker und hoffe dabei auf Mithilfe!“ Während die Portemonnaies aus den Tetrapaks sofort gebastelt und mitgenommen werden können, sollen der Tisch und die Stühle ihre Vollendung erst im Laufe des Tages finden und am Folgetag die Bierzeltgarnitur ersetzen. Mit diesem Ziel im Hinterkopf macht sich der Upcycler auch direkt an die Arbeit und spannt mich, die erste Workshop-Teilnehmerin, direkt mit ein. Ich halte das Holz, während Zigahn Tischbeine absägt. Seine elektrische Säge gebe er nicht aus der Hand, sagt er mit einem Schmunzeln, das könne sonst schief gehen.

Nach der groben Arbeit geht es zum Feinschliff an den Basteltisch. Hier kümmert sich Thomas‘ Mitarbeiter Florian um mich und erklärt mir mithilfe einer leeren Apfelsaftpackung, wie ich daraus ein Tetramonnaie herstellen kann. Im Handumdrehen ist mein nachhaltiges Portemonnaie fertig und ich bekomme ein Gefühl dafür, wie wenig es braucht, um vom Müll-Produzenten zum Upcycler zu werden. Genau diesen Effekt möchte der Workshop, der vor allem Kinder ansprechen soll, bewirken: ,,Wir nehmen extra Müll aus dem Haushalt, den die meisten Kinder kennen. Zuhause lernen sie, dass man Tetrapaks einmal benutzt und danach wegwirft. Wir zeigen ihnen, dass man die Abfälle auch ein weiteres Mal benutzen kann. Der Sinn hinter dem Upcycling ist es, Materialien länger im Wertstoffkreislauf zu halten und solange man aus alten Sachen was macht, muss ja nichts Neues hergestellt werden,“ so Thomas Zigahn zu seiner Zielsetzung.

Schon eine Stunde nach Öffnung der Werkstätten tummeln sich Kinder vor dem Workshop und haben alle Hände voll zu tun. Der Tisch aus Holzresten wird von drei Jungs bearbeitet, während Florian und ein Kollege mit mehreren Kindern in die Herstellung weiterer Tetramonnaies vertieft sind. Die Grundlage für die Upcycler ist also geschaffen – ihre Botschaft kann verbreitet werden. So werden auch schon die kleinen Festivalteilnehmer auf Alltagssituationen aufmerksam gemacht, in denen sie mit wenigen Handgriffen selbst zu Klimarettern werden.

Sofia Grillo

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